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Home 2. Bestimmung des Alters ( Lagerzeit ):
Ich möchte mit den im folgenden beschriebenen, zuvor von mir durchgeführten Versuchen feststellen, ob ein Whiskey der preislichen Mittelklasse ( ca. 30.- DM pro 0,7 Liter ) eine längere Lagerzeit aufweisen kann, als ein absoluter Billigwhiskey ( ca. 12.- DM pro 0,7 Liter ). Für meine Versuche verwendete ich einen sehr billigen Whiskey der Marke - Old Fellow - und einen etwas teureren der Marke - Jim Beam -.

2.1. Veränderungen am Whiskey während der Lagerzeit
Während der Reifung ( = Lagerzeit ) ändert sich also, wie erwähnt, die chemische Zusammensetzung des Whiskeys. Diese Veränderungen sind gut meßbar. Dr. Thomas Rüping beschreibt diese Veränderungen in seinem Artikel folgendermaßen:
"Untersucht wurde bisher u. a. die Änderung der Farbe, des Ethanol-, Ester-, Aldehyd-, Furfural-, Tannin-, Fuselöl- und Gesamtsäuregehaltes sowie die Änderung der Menge an gebundener Säure und an festem Rückstand nach Eindampfen in Abhängigkeit von der Lagerzeit."8 Die Ursachen hierfür sind "die Extraktion verschiedener Stoffe aus den Dauben der Eichenfässer"9, sowie die Diffusion von Stoffen durch die Faßwände, die sich wie eine semipermeable Membran verhalten. Durch diese können Alkohol und Wasser nach außen
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8,9 Rüping S. 17
und sämtliche Gase der Luft nach innen diffundieren. So kann es zu einer Oxidation der organischen Substanzen des Whiskeys und der aus dem Holz extrahierten Stoffe kommen, wodurch wieder neue organische Stoffe gebildet werden können.
Die verläßlichste Größe zur sehr vagen Altersabschätzung aufgrund chemischer Zusammen- setzung ist die Änderung des Estergehaltes, dessen Gehalt während der Lagerzeit fast linear ansteigt.10 Diese Größe wurde von mir jedoch nicht verwendet. Ich werde nun versuchen anhand der Ergebnisse aus meinen Versuchen zur Feststellung des pH-Wertes, des Feststoff- und des Aldehydgehaltes, das Alter der beiden Whiskeys so gut wie möglich einzuordnen. Ebenfalls durchgeführte Versuche zur Bestimmung des Gesamtsäuregehaltes werden vernachlässigt, da scheinbar grobe Fehler bei der Durchführung der Versuche völlig irrelevante Ergebnisse lieferten. Diese Versuche wurden alle nach der in Dr. Thomas Rüpings Artikel, aus der Zeitschrift Praxis der Naturwissenschaften, beschriebenen Anleitung durchgeführt. Diesem Artikel liegt auch eine Tabelle bei, in der man die selbst gemessenen Werte, nach Abwägen eventueller Meßfehler, nachschlagen und einem gewissen Alter zuordnen kann. Diese Tabelle ( Tab. 2. ) ist allerdings auf einen 50-%igen Whiskey ausgelegt. Da die beiden Whiskeys im Versuch 40 Volumenprozent Alkoholgehalt hatten, habe ich die für mich interessanten Werte auf diesen Alkoholgehalt, im Dreisatzverfahren, umgerechnet. Alle in den Versuchen ermittelten Werte können nun in diese neue Tabelle ( Tab. 1 ) eingesetzt, und somit das Alter der Whiskeys bestimmt werden.
Die Werte in Tabelle 1 erhält man, indem man die Werte in Tabelle 2 mit 0,8 multipliziert.
Da diese Werte alle direkt proportional zur Alkoholmenge sind ( Alkoholgehalt wird durch Verdünnen mit Wasser erreicht ), kann man dieses Verfahren bei der Umrechnung vom ______________________________
10 nach Rüping S. 17
50-%igen zum 40-%igen Whiskey anwenden.
Beim Einsetzen der im Versuch ermittelten Werte in diese Tabelle, muß man allerdings berücksichtigen, daß die Werte, die Dr. Rüping ermittelte, auch nur Durchschnittswerte sind, die durchaus mit gewissen Fehlern behaftet sein können. Außerdem können die meßbaren Gehaltswerte bei einzelnen Whiskeys stark schwanken, da bei unterschiedlichen Jahrgängen eventuell unterschiedliche Lagerbedingungen, unterschiedliche Temperaturen, unterschiedliche Fässerbeschaffenheiten oder ähnliches auftraten. Außerdem wird in größeren Destellerien das Verfahren des "blendens" angewendet, was soviel bedeutet, wie, daß verschiedene Whiskeyfässer eines oder verschiedener Jahrgänge zusammengemixt werden, um eine einheitliche Qualität zu schaffen und eventuell schlechtere Fässer mit an den Mann zu bringen.11 Sind nun in einer solchen Blende einige weniger gute Fässer enthalten, so können diese durchaus den spezifischen Gehalt einer der zu bestimmenden Größen beeinflussen. Im allgemeinen lassen sich die von Dr. Rüping genannten Gesetzmäßigkeiten über die Veränderung bestimmter Inhaltsstoffe aber doch auf die im Versuch ermittelten Werte anwenden.
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